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Protokoll Pachtergespräch BFC mit Herrn Wuttke

Hier kommt alles zum Thema Wupper rein.
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Protokoll Pachtergespräch BFC mit Herrn Wuttke

Beitragvon t.l. » Do 14. Jun 2018, 22:41

FischereigenossenschaftMittlereWupperProtokollPächtergesprächBFC e.V.Datum:Mittwoch,den16.05.2018 18.00 Uhr bis 19.45 UhrOrt:VereinsheimdesBFV1889e.V.,OedeSchlenke1,42477RadevormwaldAnwesende: FG Mittlere Wupper: FrauRichter,Herr H. Wuttke, BFC e.V.: Herr Reister, Herr Schemken, Herr JakobsEntschuldigt fehlen: Frau Fasching, Herr Vosteen, Herr WeberDer 1. Vorsitzende Herr Wuttke begrüßt die Anwesenden.Der 1. Vorsitzende des BFC e.V. Herr Reister berichtet vom massiven Druck der Mitgliedschaft,steigenden Kündigungen sowie dem Wunsch die HG (GWS) zu verlassen. Dies steht alles imZusammenhang mit den E-Befischungen, sowie den Rückgängen bei den Fängen.Herr Wuttke teilt mit, dass nicht der BFV 1889 e.V. Antragsteller für die jährlichen E-Befischungen ist.Im Rahmen des Wanderfischprogramm NRW stellt die FG Mittlere Wupper bei den BR`en, LANUV undder UFB den Antrag auf die Befischungen. Der BFV 1889 e.V. ist lediglich für die Ausführung derBefischungen (gefangene Großsalmoniden werden im Bruthaus des BFV 1889 e.V. bis zum Abstreifenzwischengehältert) zuständig. Im Herbst 2017 hat es lediglich vier E-Befischungen in derVereinsstrecke des BFC e.V. gegeben. Einmal hat ein Motorschaden am Boot vorgelegen und späterwaren hochwasserbedingt keine weiteren E-Befischungen möglich. Die Anzahl der Rückkehrerschwankt jährlich.Die „Sticheleien“ welche unbedachten Vorstandsmitglieder vom BFV 1889 e.V. getätigt haben, hältHerr Wuttke für unakzeptabel. Die „Sticheleien“ unten den Vereinen führen nur zu Unstimmigkeiten, diezu unnötigen Problemen zwischen den Wuppervereinen führen.Herr Schemken berichtet, dass er folgende Information zur Methodik der E-Befischung erhalten habe:flussabwärts ist die falsche Methode und es sollte generell flussaufwärts befischt werden. Herr Wuttkeerläutert, dass dies für die Wupper nicht gilt. Durch die Gewässerstruktur ist eine E-Befischung miteinem Boot nur flussabwärts möglich. Richtig ist, dass in Bächen immer stromauf gefischt wird. Dieelektrische Erfassung der Fische liegt bei ca. 20 %. Somit werden die Fische auch bei mehrerenBefischungen in der gleichen Strecke nicht zwangsläufig mehrfach mit Strom in Berührung kommen.Ein Mehrfachbetäuben bei einer Befischung ist so gut wie ausgeschlossen, da die Fische sich nachdem Zurücksetzen vom Boot immer außerhalb des Stromfeldes befinden. Bei den E-Befischungenwerden ausschließlich Lachs und Meerforellen entnommen (beide Fischarten sind ganzjährig geschontund dürfen somit nicht beangelt werden). Sollte jedoch mal eine große Bachforelle betäubt entnommenwerden (fällt manchmal erst auf, wenn sie im Behälter ist), so wird diese Bachforelle beim „CaféHubraum“ oder der jeweiligen Endstelle der Befischung wieder in die Wupper gesetzt.Herr Wuttke wünscht sich, dass die Fischtreppe früher im Jahr mit der Fangeinrichtung geschlossenwird, damit die ersten Aufsteiger entnommen werden können. Er wird darauf dringen, dass diesembereits in den letzten Jahren gestellten Vorhaben bereits Mitte September zu beginnen, nunmehrentsprochen wird.Herr Jakobs fragt, warum die Fische nicht vor Ort direkt abgestreift werden können und dann direkt insGewässer zurückgesetzt werden. Hierzu wird folgende fachliche Erläuterung gegeben:Die Laichzeit der Großsalmoniden ist nicht auf einen Tag festgelegt. Die Weibchen werden in einemZeitfenster von bis zu sechs Wochen Unterschied bereit das Eimaterial abzugeben. Die Weibchenkönnen erst gestreift werden, wenn der Bauch sehr weich ist und das Eimaterial fast von selber fließenkann. Wenn man diesen Punkt nicht genau trifft und das Weibchen versucht vor Ort abzustreifen,werden die Fische nur verletzt werden. Dazu werden auch Männchen benötigt, die Ihren Sperma aufdie Eier abgeben. Aus diesem Grunde werden die Weibchen und Männchen im Bruthaus des BFV1889 e.V. zwischengehältert. Bei den Weibchen wird in regelmäßigen Zeitabständen die Weichheit des
FischereigenossenschaftMittlereWupperBauches abgetastet und gegebenenfalls direkt abgestreift (Eientnahme) und sofort mit Spermabefruchtet. Herr Jakobs möchte wissen, warum die abgestreiften Fische nicht wieder in die Vereinsstrecken desBFC e.V. besetzt werden. Die Weibchen, sowie die Männchen können durch das Abstreifen (die Tieresind in der Laichzeit geschwächt und anfällig für Infektionen / Verpilzungen) Verletzungen derSchleimhäute erfahren. Dieses geschwächt sein ist bei dem manuellen Abstreifen, sowie in der Naturein ganz natürlicher Vorgang. In der Natur sterben viele Großsalmoniden nach dem Laichgeschäft.Damit die geschwächten Fische nicht weiter gehältert werden müssen und sofort regenerieren könnengibt es die folgende Auflage in der Genehmigung: Die abgestreiften Großsalmoniden müssen zurSchonung des Fisches sofort in die Wupper am Bruthaus zurückgesetzt werden. Die Orte an denen diese E-Befischungen stattfinden, sind bewusst gewählt. Es ist nur unterhalb vomKlärwerk Buchenhofen möglich, da es oberhalb mit einem Boot nicht ohne erhebliche Materialschädenzu praktizieren ist.Bei E-Befischungen im Zusammenhang mit baulichen Maßnahmen in der Wupper, ist die Auflage inder Genehmigung, dass die entnommenen Fische dort wiedereingesetzt werden, wo es amSinnvollsten erscheint, dass die Fische nicht wieder unmittelbar in den Befischungsraum einwandern.Im Regelfall werden Kleinfische entnommen – die Großfische verbleiben im System.Herr Reister erklärt, dass in der Vereinsstrecke ein starker Rückgang an Laichgruben zu sehen ist.Dies führen die Mitglieder auf die E-Befischungen im Herbst auf Großsalmoniden zurück. Herr Wuttketeilt mit, dass dies nicht so ist, wie die Mitglieder es deuten. Zum einen werden die Großsalmoniden(Lachs und Meerforelle) dem System entnommen. Darum können sie natürlich in der Wupper nichtmehr ablaichen. Des Weiteren ist das Ablaichen in der Vereinstrecke durch die Gewässerstruktur anvielen Stellen nur als Notablaichung zu deuten. Das Interstitial ist im Grunde für Laichgruben nur anwenigen Stellen geeignet. Das die Fangmengen zurück gehen, könnte an der Bachforelle aus dem reinen Wupperstamm liegen.Dieser wilde Bachforellenstamm (es wird seit Jahren ausschließlich mit diesem Stamm besetzt)verhalten sich ganz anders als Besatzforellen und sind viel schwieriger zu beangeln.Herr Wuttke stellt klar, dass die Durchgängigkeit der Wupper immer weiter vorangetrieben wird. Es istderzeit sogar in der Diskussion angedacht, am Klärwerk Buchenhofen den Rückbau des Wehresvorzunahmen. Die Heizkraftwerke (Elberfeld ist bereits geschlossen) werden in den kommendenJahren immer weiter an Bedeutung verlieren, so dass in naher Zukunft die Wassertemperatur in derVereinsstrecke (BFC) weiter sinken wird. Dies wird weitere Auswirkungen auf den Fischbestand nachsich ziehen. Das komplette Gewässersystem wird sich langfristig, auch in anderen Wupperstrecken,komplett verändern.Die Geschäftsführerin Frau Richter räumt ein, dass in anderen Gewässerstrecken ein bedeutendhöherer Bachforellenbestand (auch große Bachforellen) vorhanden ist. In bestimmtenGewässerstrecken befinden sich die Bachforellen in unterschiedlichen Altersgruppen. Dies liegt IhrerMeinung nach an der jeweiligen Besatzpolitik des Vereins. Diese Vereine besetzen Dottersackbrut undan anderen Besatzstellen vorgestreckte Bachforellen. Der Vorteil: die vorgestreckten Bachforellen sindstabiler und kommen erst ins Gewässersystem, wenn ausreichend Nahrung im Wasser ist. Diese Artvon „Mischbesatz“ hat zu ertragreicheren Streckenabschnitten geführt. Dies ist aber ein Prozess, dersich über mehrere Jahre hinzieht und die Mitglieder müssen dann etwas geduldiger sein. Vielleichtsollte der BFC e.V. einmal über die eigene Besatzstrategie nachdenken und nicht ausschließlichDottersackbrut besetzen, dies auch vor dem Hintergrund, dass dieser hier im Verhältnis zu anderenStrecken beim Vergleich Fläche zu Besatzzahlen deutlich niedriger ist.Herr Wuttke berichtet, dass die Vorlage zur Kanuproblematik leider noch nicht abschließend imMinisterium bearbeitet worden ist. Die Anwesenden beschließen einstimmig, dieses Protokoll zur Information aller Vereine imkommenden Blickpunkt zu veröffentlichen.
FischereigenossenschaftMittlereWupperFazit:Es steht allen Vereinen / Mitgliedern frei, sich bei Fragen an den Vorstand der FG Mittlere Wupper zuwenden. Der Vorstand ist bemüht, alle Fragen sachlich zu beantworten. Ein Telefonat zur Klärung vonFragen ist immer sinnvoller, als wenn durch „Hören – Sagen“ Missverständnisse entstehen.HerrWuttkebeendetdieSitzung.Wuppertal,den22.05.2018TinaRichterHelmutWuttke(Geschäftsführerin)

Gruß Peter
t.l.
 
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Re: Protokoll Pachtergespräch BFC mit Herrn Wuttke

Beitragvon Skotti » Sa 16. Jun 2018, 19:05

Danke für die Info, lieber Peter!

...das muss man erstmal sacken lassen... ;)

Kann es sein, dass die Ausgangsfrage (Schädlichkeit & Häufigkeit der E-Befischungen) gar nicht richtig beantwortet wurde und statt dessen der "schwarze Peter" wegen "falscher" Besatzpolitik
den betroffenen Vereinen, also auch uns zugespielt wurde... :evil: :roll:
Liebe Grüße & Tight Lines

Wolfgang
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Ich glaube, dass Mutter "Natur" uns liebt - doch tun wir das wirklich auch ...????
Skotti
 
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Re: Protokoll Pachtergespräch BFC mit Herrn Wuttke

Beitragvon t.l. » Mo 18. Jun 2018, 17:30

Hallo Wolfgang
Zur Häufigkeit der E- Befischungen im letzten Jahr kannst du die Argumentation ja nachlesen.
Zur Schädlichkeit der E- Befischung , hier ein Zitat aus dem Protokoll diesbezüglich : Die elektrische Erfassung der Fische liegt bei ca. 20 %. Somit werden die Fische auch bei mehreren Befischungen in der gleichen Strecke nicht zwangsläufig mehrfach mit Strom in Berührung kommen.Ein Mehrfachbetäuben bei einer Befischung ist so gut wie ausgeschlossen, da die Fische sich nachdem Zurücksetzen vom Boot immer außerhalb des Stromfeldes befinden.

Ich bitte weitere Fragen direkt an Helmut zu stellen wie es auch im Protokoll schon erwähnt wurde und ich mit meinem Halbwissen diesbezüglich keine konkreten Angaben machen kann... :Es steht allen Vereinen / Mitgliedern frei, sich bei Fragen an den Vorstand der FG Mittlere Wupper zuwenden. Der Vorstand ist bemüht, alle Fragen sachlich zu beantworten. Ein Telefonat zur Klärung von Fragen ist immer sinnvoller, als wenn durch „Hören – Sagen“ Missverständnisse entstehen.

Lieben Gruß Peter
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